Darts Training: Trainingsplan, Übungen und Wurftechnik

Redaktion Darts-RatgeberGeprüft: Oktober 20267 Min. Lesezeit

Besser werfen heißt nicht, mehr Pfeile zu werfen, sondern gezielter zu üben. Hier findest du einen Trainingsplan für Einsteiger und Fortgeschrittene, die wichtigsten Trainingsspiele und die Grundlagen der Wurftechnik: Stand, Griff, Wurfbewegung und Routine.

Kurz gesagt: Trainiere dreimal pro Woche etwa 30 Minuten und teile jede Einheit in Aufwärmen, Scoring, Doubles und ein Spiel. Als Übungen eignen sich Around the Clock, Bob’s 27, 121 und Doubles-Training. Technik heißt: stabiler Stand, lockerer Griff, ruhige Wurfbewegung und eine feste Routine vor jedem Wurf.

Wie oft und wie lange sollst du trainieren?

Harrows empfiehlt drei kurze Einheiten pro Woche statt einer langen, weil Regelmäßigkeit mehr bringt als Dauer. Eine Einheit von 30 Minuten gliedert Harrows in 5 Minuten Aufwärmen, 10 Minuten Scoring, 10 Minuten Finishing und einen Wettkampf-Leg zum Abschluss. Darts Corner rät, vor dem Training kurz zu dehnen und sich mit einigen Darts auf die 20 einzuwerfen. Für beides gilt: Wer müde ist, hört auf, statt sich Fehler anzugewöhnen.

Schreib mit. Zähle, wie viele Darts du für ein Ziel brauchst, oder wie oft du das Triple 20 triffst. Nur so siehst du nach vier Wochen, ob sich etwas bewegt. Deinen aktuellen Average kannst du bei jedem Leg notieren.

Wie sieht ein Darts-Trainingsplan für Einsteiger aus?

Als Einsteiger geht es um Wiederholung und Gefühl für die Bewegung, nicht um Ergebnisse. Der Plan geht von drei Einheiten pro Woche mit je 20 bis 30 Minuten aus.

WocheEinheitÜbung
1AAufwärmen auf die 20 (5 Minuten), danach Around the Clock
1BStand und Griff üben: 30 Darts ohne Zielzwang, Fokus auf gleichen Ablauf
1CTreble 20: 60 Darts, Treffer zählen
2AAround the Clock, danach nur auf Doubles
2BTreble 20 und Treble 19, 60 Darts, Treffer notieren
2CEin Leg 501 allein, Darts zählen
3ADoubles: 30 Darts auf dein Lieblings-Double
3BBob’s 27 (einmal durch)
3C121: neun Darts für das Checkout, mehrere Versuche
4AAround the Clock auf Triple, Zeit nehmen
4BDoubles auf zwei Nachbarzahlen deines Lieblings-Doubles
4CDrei Legs 501 mit Notiz zu Average und Checkout

Welcher Trainingsplan passt für Fortgeschrittene?

Wer sicher wirft, trainiert gezielter an Schwächen: Finishing, Triple-Konstanz und Wettkampfhärte. Auch hier gelten drei Einheiten pro Woche, jeweils 30 bis 45 Minuten.

WocheEinheitÜbung
1AAufwärmen, 60 Darts Treble 20, dann 3 Legs 501
1BDoubles: Bob’s 27, danach Lieblings-Double plus zwei Nachbarn
1C121 und weitere Finishes (101, 81, 61, 40), Darts pro Versuch notieren
2ATriple 20, 19 und 18: je 30 Darts, Treffer notieren
2BHohe Restwerte (Bogey-Zahlen) so spielen, dass nach zwei Darts ein sauberer Doppel-Rest bleibt
2CSpiel gegen einen Gegner oder Autoscoring-Match, Checkout-Quote notieren
3AAround the Clock auf Doubles, danach Bob’s 27
3BFinish-Serien: 121 auf Zeit, Misserfolg zählt als Versuch
3C5 Legs 501, Average und Treble-Quote vergleichen
4ASchwächste Zahl der letzten Wochen: 60 Darts gezielt
4BDruck-Training: Match gegen einen Mitspieler oder mit klarem Einsatz, jedes Leg zählt
4CBestandsaufnahme: Average, Doubles-Quote, Checkout-Rate gegenüber Woche 1

Wie du Finishes aufbaust, zeigt der Checkout-Rechner. Mehr zur Zählweise steht in den Darts-Regeln.

So gehst du den Plan an

Beginne jede Einheit mit dem Einwerfen. Wirf zuerst langsam, damit sich Schulter und Hand an den Ablauf erinnern. Beende die Einheit mit einem Leg unter Wettkampfbedingungen, also ohne Wiederholung schlechter Würfe. Schreibe ein Trainingsprotokoll: Datum, Übung, Ergebnis. Nach vier Wochen entscheidest du, ob du den Plan wiederholst oder mit dem Fortgeschrittenen-Plan weitermachst.

Welche Trainingsspiele helfen am meisten?

Around the Clock

Around the Clock ist die Standardübung zum Aufwärmen. Laut Harrows wirfst du jede Zahl von 1 bis 20 der Reihe nach, am Ende das Bull. Erst wenn die Zahl getroffen ist, geht es weiter. Schwerer wird es, wenn du nur Triples oder nur Doubles zählst.

Bob’s 27

Das Spiel stammt von Bob Anderson, der es laut Darts World als seine legendäre Finishing-Übung nennt. Du beginnst mit 27 Punkten und wirfst auf jedes Double von 1 bis 20 drei Darts. Triffst du das Double, addierst du seinen Wert für jeden Treffer, triffst du keinen der drei Darts, ziehst du den Wert ab. Ziel ist, nicht unter null zu fallen.

121

Du versuchst, 121 Punkte mit neun Darts, also drei Aufnahmen, auszuchecken. Die genaue Zählweise variiert, bei vielen Spielern gilt: Klappt es, steigt die Zielzahl, klappt es nicht, bleibt sie gleich. Harrows beschreibt die Übung allgemein als Finishing-Training von typischen Restwerten wie 121, 101, 81, 61 und 40.

Doubles-Training

Suche dir ein Lieblings-Double aus und wirf 30 Darts darauf, dann auf die zwei Nachbarzahlen. Laut Harrows verhindert das, dass du im Match stecken bleibst, wenn dein Lieblings-Double belegt ist. Doubles entscheiden Legs, deshalb gehört jede Einheit zumindest zum Teil ihnen.

Welche Wurftechnik ist richtig?

Es gibt nicht die eine perfekte Technik, aber Grundlagen, die bei fast allen funktionieren. Die folgenden Punkte stützen sich auf allgemeines Trainerwissen und auf Hinweise von Red Dragon.

Stand

Du stehst hinter der Abwurflinie, ohne sie zu übertreten. Üblich ist, den Fuß der Wurfhand vorn zu platzieren, mit dem Gewicht leicht auf dem vorderen Fuß, der Oberkörper bleibt aufrecht und ruhig. Red Dragon rät, nicht auf den Zehen nach vorn zu kippen, die Knie leicht zu beugen und die Augen waagerecht zum Board zu halten, nicht schräg. Um zu prüfen, ob du stabil stehst, kann dich jemand sanft an der Schulter anschieben.

Griff

Red Dragon nennt als Richtwert einen Griffdruck von 2 bis 6 von 10: fest genug, um den Dart zu führen, locker genug, damit der Wurf nicht steif wird. Wichtiger als die Fingerzahl ist, dass du bei jedem Wurf gleich greifst. Welche Grifftechniken es gibt, ist Geschmackssache. Wenn dein Dart nicht zu deinem Griff passt, hilft der Dartpfeil-Finder.

Wurfbewegung

Der Ellbogen bleibt nah am Körper und auf einer Höhe, der Unterarm bewegt sich wie ein Scharnier. Red Dragon spricht vom Handgelenk als „Rad im Rad“, das flexibel mitgeht. Das Handgelenk führt das Ende der Bewegung, der Arm läuft nach dem Loslassen weiter in Richtung Ziel (Durchschwung). Halte die Augen am Zielpunkt, nicht irgendwo im Segment: „Aim small, miss small“.

Routine

Mach vor jedem Wurf dasselbe: Stand einnehmen, einmal ausatmen, Ziel anschauen, Wurf. Eine feste Routine entlastet den Kopf und hilft gegen Hektik. Bei Verkrampfungen oder Wurfblockaden findest du Hintergründe unter Dartitis.

Typische Fehler im Training

Viele Spieler werfen zu schnell und zu viel. Wer 200 Darts hintereinander wirft, trainiert am Ende nur noch Ermüdung. Ebenso häufig ist das Training ohne Ziel: Wenn du nicht weißt, was du verbessern willst, bleibt es beim Zeitvertreib. Und manche steigen zu früh auf schwere Übungen wie Triple-Serien um, bevor Stand und Griff stabil sind. Gib deinem Wurf Zeit, bevor du das Setup änderst.

Darts-Tipps für den Alltag

  • Wirf nicht, wenn du angespannt oder müde bist. Zehn gute Darts sind besser als hundert hektische.
  • Trainiere an der echten Abwurflinie. Eine Dartmatte mit Oche-Markierung hilft dabei.
  • Ändere nicht ständig Pfeile, Flights und Griff. Gib einem Setup einige Wochen.
  • Schreib deine Zahlen auf, sonst bleibt das Gefühl, besser zu werden, eine Vermutung.
  • Schau dir auf Höhe und Abstand an, ob dein Board richtig hängt.

Wie trainierst du mental?

Druck gehört zum Spiel, und du kannst ihn üben. Spiele wichtige Legs im Training, als ginge es um etwas: mit Mitspieler, mit Einsatz oder mit einem klaren Ziel wie „Checkout in drei Versuchen“. Bleib bei deiner Routine, auch wenn der Wurf davor misslungen ist. Wenn du merkst, dass dir der Dart nicht mehr aus der Hand will, lies unseren Beitrag zu Dartitis.

Gutes Licht beim Training

Wer abends übt, wirft oft im eigenen Schatten. Ein gleichmäßig beleuchtetes Board macht die Ringe lesbar und erleichtert das Zielen, vor allem auf Doubles und Triples.

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Weitere Lösungen findest du im Überblick Dartscheiben-Beleuchtung.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich Darts trainieren?

Harrows empfiehlt drei kurze Einheiten pro Woche statt einer langen. Für Einsteiger reichen 20 bis 30 Minuten. Wichtiger als die Dauer ist, dass du regelmäßig mit klarem Ziel übst und die Ergebnisse notierst.

Was ist die beste Übung für Anfänger?

Around the Clock ist die verbreitete Einstiegsübung, weil sie alle Zahlen abdeckt und ohne Zählen auskommt. Danach lohnt sich Treble 20 mit 60 Darts, um die Treffer zu beobachten. Doubles kommen etwas später dazu.

Wie viel Griffdruck ist richtig?

Red Dragon nennt einen Griffdruck von 2 bis 6 von 10. Fest genug, damit der Dart nicht wegrutscht, locker genug, damit die Bewegung nicht steif wirkt. Probiere den Druck aus und halte ihn bei jedem Wurf gleich.

Wie verbessere ich meine Checkout-Quote?

Mit gezielten Doubles-Übungen wie Bob’s 27 und 121 sowie mit festen Wegen für typische Restwerte. Im Checkout-Rechner siehst du Wege zu einem Restwert. Notiere, wie oft du ein Leg auf dem ersten Versuch beendest.

Brauche ich ein bestimmtes Board zum Trainieren?

Nein. Wichtig ist, dass das Board richtig hängt (Bullseye 1,73 m, Abwurflinie 2,37 m laut WDF) und gut beleuchtet ist. Für Steeldarts reicht ein Sisalboard, wer Punkte nicht selbst zählen will, nutzt eine E-Dartscheibe oder ein Autoscoring-System.

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